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Wolfgang Fach

Editorial, 1-2

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Mariana Valverde

Analyzing the governance of security:
Jurisdiction and scale, 3-15

Two related arguments are developed in this paper. First of all, it is shown that theoretical work on the governance of security could benefit a great deal from the current literature on law and geography and law and space. Secondly, this article also argues that the analytical resources of ‘scale’ should be supplemented by insights derived from analyzing the workings of jurisdiction. Jurisdiction does not merely distinguish who governs: it also distributes governance in terms of governing capacities, objects of governance, and modes of governance. Using the ‘police power of the state’, with its typically urban scale, as the main example, the article shows that unpacking ‘jurisdiction’ can enrich the legal geographers’existing critiques of scale.

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Johannes Endres

Sicherheit und Ästhetik. Historische und kulturelle Aspekte einer aktuellen Konjunktur, 16-27

Der Beitrag plädiert für eine ‚Abrüstung’ und Öffnung des Diskurses über Sicherheit. Dabei sollen jedoch politisch-technische und kulturelle Aspekte des Begriffs nicht gegeneinander ausgespielt werden. Vielmehr soll deren historische Genese aus einer Gemengelage der Probleme zwischen Früher Neuzeit und frühem 19. Jahrhundert deutlich werden. Als Ansatzpunkt dienen Beispiele der Theoretisierung von Unsicherheit in den unterschiedlichen Epistemen (der Politik, der mathematischen und der ästhetischen Wahrscheinlichkeit, des Risikos usw.) sowie der Medialisierung des Terrors im Diskurs über das ‚Erhabene’ seit Hobbes. Es geht um zweierlei: darum, die Geschichtlichkeit unseres Sicherheitsbedürfnisses aufzuzeigen, und darum, aktuelle Befindlichkeiten umgekehrt auf ein in ihnen mitlaufendes kulturelles Gedächtnis der Ästhetik und der Kunst zurück zu beziehen.

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Christoph Enders

Nach der Moderne? Das Risiko (rechts-)staatlicher Freiheitsorganisation, 28-37

Mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 scheint das Verhältnis zwischen dem noch nie risikofreien Streben nach Freiheit auf der einen und dem unabweisbaren Bedürfnis nach Sicherheit auf der anderen Seite endgültig prekär geworden zu sein. Der moderne Staat befindet sich im Entscheidungsnotstand der Ausnahmelage: Darf er seine gefährdete Existenz unter partieller Aufgabe rechtsstaatlicher Prinzipien sichern, die doch die dauerhafte Orientierung am Staatszweck der freien Entfaltung der Subjektivität gewährleisten sollen? Letzte Gewissheit kann es hier nicht geben – einzig die Hoffnung auf eine tragfähige Tradition der freien Subjektivität, die die Grundsätze des Handelns auf nationaler Ebene wie in den internationalen Beziehungen bestimmen muss.

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Ulrich Bröckling

Vorbeugen ist besser… Zur Soziologie der Prävention, 38-48

In neun Thesen skizziert der Artikel aus soziologischer Perspektive die spezifische Rationalität und die Technologien vorbeugenden Handelns. Prävention wird dabei beschrieben als übergreifender Modus des Zukunftsmanagements zeitgenössischer Gesellschaften.

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Inge Baxmann

Von Grenzgängern und neuen Heiligen. Imaginierte Nationzwischen Mexiko und den USA, 49-57

Migrationsbewegungen galten stets als Gefahr für nationalstaatliche Ordnungsmodelle, so auch an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Die Border-Crosser entwickelten transnationale Symbole und Praktiken der Zugehörigkeit, die den Nationalstaat in Frage stellten. Im Gegensatz dazu wurden sie von der Border-Culture, die seit den 1980er Jahren an der Grenze zwischen Mexiko und den USA entstanden war, als Vorreiter einer postnationalen Identität gefeiert. Die Border-Culture verstand sich als Gegenentwurf zur „Mexicanidad“, jenes imaginierten Nationenkonstruktes, das seit der mexikanischen Revolution und bis weit in die 1940er Jahre das Selbstverständnis des Landes bestimmte. Unabhängig davon entstanden religiöse Symboliken und Rituale jenseits der etablierten Kirchen sowie neue Formen eines nationalen Imaginären. Statt der Abschaffung der Nation trugen diese zur Flexibilisierung und Ausweitung der nationalen Ordnungen bei.

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Franz von Benda-Beckmann

Pluralismus von Recht und Ordnung, 58-67

Der Beitrag befasst sich mit der Frage, wie sich die Beziehungen zwischen Recht und Ordnung in rechtspluralistischen Kontexten darstellen. Die wechselhafte Geschichte der Minangkabau in West Sumatra, bei denen staatliches, islamisches und traditionelles Adatrecht koexistieren, zeigt, dass die unterschiedlichen Inhalte der Teilrechtsordnungen und die mit ihnen verbundenen Autoritäten zwar nicht notwendigerweise zu sozialen Konflikten führen müssen, die Ordnung jedoch riskanter machen. Das Potential für soziale Konflikte nimmt zu, wenn sich inhaltlich unterschiedliche rechtliche Entwürfe der sozialen Organisation auf unterschiedliche Legitimationsgrundlagen berufen können, welche die legitime Macht der hinter einer Ordnung stehenden Autoritäten relativieren.

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